KI-Strategien von Bund und Ländern

Panuphong J/Shutterstock

Mit der nationalen Strategie Künstliche Intelligenz (KI) hat die Bundesregierung einen Rahmen für eine ganzheitliche politische Gestaltung der weiteren Entwicklung und Anwendung Künstlicher Intelligenz in Deutschland gesetzt. Die 16 Bundesländer haben flankierend dazu eigene strategische Schwerpunkte und Maßnahmen beschlossen.

  • Nationale KI-Strategie

  • Baden-Württemberg

  • Bayern

  • Brandenburg

  • Berlin

  • Bremen

  • Hamburg

  • Hessen

  • Mecklenburg-Vorpommern

  • Niedersachsen

  • Nordrhein-Westfalen

  • Rheinland-Pfalz

  • Saarland

  • Sachsen

  • Sachsen-Anhalt

  • Schleswig-Holstein

  • Thüringen

Nationale KI-Strategie

Die Bundesregierung präsentierte im November 2018 eine nationale Strategie Künstliche Intelligenz. Sie zielt darauf, „KI Made in Germany" zu einem internationalen Markenzeichen für moderne, sichere und gemeinwohlorientierte KI-Anwendungen auf Basis des europäischen Wertekanons zu etablieren. Bis 2025 stellt der Bund dafür etwa fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Die Plattform Lernende Systeme wird die Umsetzung der KI-Strategie begleiten und dafür zu einer Plattform für Künstliche Intelligenz ausgebaut werden.

Politische Ziele

Deutschland soll, ausgehend von einer guten Forschungsbasis, ein weltweit führender Standort für die Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz werden.

  • Technologieführerschaft und Qualitätssiegel „AI Made in Germany“
  • Verantwortungsvolle Entwicklung und Nutzung von KI
  • Breiter gesellschaftlicher Dialog

Handlungsfelder

Ausbau der KI-Forschung

  • Aufbau eines nationalen Netzwerks von mindestens zwölf Zentren und Anwendungshubs
  • Einrichtung von mindestens 100 zusätzlichen KI-Professuren und Stärkung der Lehre und Nachwuchsförderung im Bereich KI
  • Binden und Gewinnen der besten Köpfe durch attraktive Arbeitsbedingungen und Vergütungen
  • Aufbau eines deutsch-französischen Forschungs- und Innovationsnetzwerkes („virtuelles Zentrum“)


Wissenstransfer, Anwendung und Entrepreneurship

  • Schnellerer Transfer von Forschung in konkrete KI-Anwendungen durch Testfelder, Reallabore, Modellversuche, regionale Cluster und neuartige Förderformate
  • Bessere Zugangsmöglichkeiten für Unternehmen zu KI-Technologien, insbesondere von mittelständischen Unternehmen über die Kompetenzzentren Mittelstand 4.0
  • Förderung der Gründungsdynamik für KI-Start-ups durch Förderprogramme (z.B. EXIST) und Wagniskapital
  • Erstellen einer KI-Landkarte zu Anwendungen und Akteuren; KI-Monitoring und Vernetzung der Unternehmen und Institutionen
  • Gründung einer Agentur für Sprunginnovationen mit KI als einem der Schwerpunkte
  • Bildung eines europäischen Innovationsclusters zu KI und Durchführung von Innovationswettbewerben


Deutsch-Französische Zusammenarbeit

Deutschland und Frankreich unterzeichneten am 16. Oktober 2019 eine gemeinsame KI-Roadmap („Erklärung von Toulouse“). Der Fahrplan sieht Folgendes vor:

  • den Aufbau eines virtuellen Netzwerks zu KI (u.a. Kooperation der deutschen und französischen KI-Kompetenzzentren)
  • die stärkere Vernetzung deutscher und französischer Wirtschaftsakteure
  • einen gemeinsamer Ansatz für eine sichere, souveräne Dateninfrastruktur
  • ein abgestimmtes Vorgehen bei der KI-Standardisierung
  • einen gemeinsamer Ansatz bei Rechtsfragen zu KI
  • sowie einen Diskurs über Sprunginnovationsprojekte.

Wandel der Arbeit

  • Ganzheitlicher und menschengerechter Ansatz basierend auf der selbstbestimmten Entfaltung von Fähigkeiten und Talenten, sozialer Sicherheit und der Gesundheit der Beschäftigten
  • Gründung regionaler Kompetenzzentren für Arbeitsforschung und -gestaltung
  • Fachkräftemonitoring und nationale Weiterbildungsstrategie zur Kompetenzförderung von Erwerbstätigen, insbesondere in Hinblick auf den digitalen Wandel und KI
  • Untersuchung der Auswirkungen von KI am Arbeitsplatz in betrieblichen Experimentierräumen und frühzeitige Einbindung der Betriebsräte bei der Einführung von KI-Anwendungen
  • Qualifizierung von Personalverantwortlichen, Personal- und Betriebsräten (z.B. in Zukunftszentren)


Datennutzung, Datensicherheit, Recht und Ethik

  • Förderung der Forschung zur Kontrolle und Nachvollziehbarkeit von algorithmischen Prognose- und Entscheidungssystemen
  • Förderung der Forschung und von Anwendungen zum Verbraucherschutz und zur Privatsphäre
  • Daten verfügbar machen, z.B. durch potenzielle Datenpartnerschaften zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen und durch die Einrichtung von Anreizen und Rahmenbedingungen für das freiwillige und datenschutzkonforme Teilen von Daten (auch aus öffentlich finanzierten Forschungsprojekten)
  • Anpassung des Wettbewerbs- und Urheberrechts, um die Menge an nutzbaren Daten zu erhöhen, ohne persönliche Daten oder betriebliches Knowhow preiszugeben (Kommission Wettbewerbsrecht 4.0)


Internationale und gesellschaftliche Dialoge

  • Europäischer und transatlantischer Dialog zum menschenzentrierten Einsatz von KI in der Arbeitswelt
  • Breiter gesellschaftlicher Dialog über die ethische, rechtliche, kulturelle und institutionelle Gestaltung von KI – die Plattform für Künstliche Intelligenz wird hier eine Schlüsselrolle einnehmen

Baden-Württemberg

In seiner 2020 aktualisierten Innovationsstrategie benennt die baden-württembergische Landesregierung Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Industrie 4.0 als eines von fünf Zukunftsfeldern zur Erschließung neuer Wertschöpfungspotenziale. Strategische Ziele und Maßnahmen hatte sie bereits 2018 in der landesweiten Digitalisierungsstrategie digital@bw festgelegt. Baden-Württemberg will weltweite Leitregion des digitalen Wandels werden und als Standort die besten Köpfe anziehen und Daten für Wirtschaft und Wissenschaft als Grundlage für die Entwicklung von KI-Anwendungen bereit stellen. Seine Stärken in der Spitzenforschung sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette will das Land als strategischer Partner der Bundesregierung in die Umsetzung der nationalen KI-Strategie einbringen.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

Ökosystems für KI

  • Ausbau des Cyber Valley als Exzellenzzentrum zur Entwicklung von KI-Sprunginnovationen sowie als attraktiver Standort für internationale Spitzenkräfte und junge Talente
  • Ausbau des de:hub Artificial Intelligence zu einer Plattform für die Anwendung und Kommerzialisierung von KI und verstärkte Zusammenarbeit mit französischen Partnern
  • Förderung des Formats Reallabor KI zur gemeinsamen Erarbeitung von KI-Anwendungen durch Wissenschaft, Unternehmen, Politik und Zivilgesellschaft

Forschung und Transfer

  • Schaffung von zehn neuen KI-Professuren
  • Aufbau von Forschungsdatenzentren (Science Data Centers) für Zugang, Nutzung, Integration und Analyse digitaler Forschungsdaten
  • Standort- und behandlerübergreifende Vernetzung von klinischen und genomischen Daten
  • Aufbau eines Fraunhofer-Kompetenzzentrums für Kognitive Robotik
  • Verbesserter Wissenstransfer: Entwicklung und Transfer von neuromorphen KI-Chips, Entwicklung von Standards zur Sicherheitsprüfung von KI-Systemen

Aktionsprogramm „KI für den Mittelstand“

  • Aufbau regionaler KI-Labs als Anlaufstellen für KMU mit Informations-, Erprobungs- und Experimentierräumen
  • Innovationswettbewerb KI für KMU zur Förderung innovativer Verbundforschungsprojekte
  • Aufbau des KI-Fortschrittszentrums „Lernende Systeme“ durch das Land und die Fraunhofer-Gesellschaft, um KMU durch anwendungsnahe Forschung und Technologietransfer beim Einsatz von KI zu unterstützen
  • Machbarkeitsstudie für ein Innovations- und Wertschöpfungszentrum für KI-basierte Produkte und Dienstleistungen
  • Auszeichnung vorbildhafter KI-Unternehmen und -Forschungseinrichtungen
  • Aufbau eines Expertennetzwerks, das Impulse zur Stärkung des KI-Standorts Baden-Württemberg gibt

Förderprojekte zur Entwicklung von KI-Anwendungen (Auswahl)

  • Nachhaltigkeit: Einsatz von KI im Bereich Energie-/Materialeffizienz; KI-basierte Umweltsuchmaschine
  • Bildung: Digitale Lernangebote für den Kompetenzerwerb bei Sprachen/Kommunikation; KI-Weiterbildungsangebote in der Breite
  • Gesundheit: KI-basiertes Diagnostiksystem für Hauttumore
  • Verwaltung: KI-basierter Chatbot zu Steuerfragen; Einsatz von KI in der Fernerkundung
  • Kriminalitätsbekämpfung: Einsatz von KI zur Erkennung gefälschter Dokumente, zur Auswertung polizeilicher Sachverhalte, zur Bewertung von DNA-Proben und zur Video-Überwachung

Bayern

Mit der im April 2019 verkündeten Strategie BAYERN DIGITAL will die Staatsregierung Bayern als Leitregion für Digitales positionieren. Das Programm umfasst ein Investitionsvolumen von sechs Milliarden Euro bis 2022 und wird kontinuierlich weiterentwickelt. In einer Regierungserklärung veröffentlichte der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder im Oktober 2019 die Hightech Agenda Bayern mit einem Investitionsvolumen von zwei Milliarden Euro.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

Forschung

  • Investition von 360 Millionen Euro bis 2023 für den Ausbau eines landesweiten KI-Forschungsnetzes („KI-District Bayern“)
  • Schaffen von 100 KI-Professuren
  • Etablierung der Stadt München zu einem KI-Zentrum von Weltrang mit dem Schwerpunkt Intelligente Robotik. Dazu: Gründung eines KI-Mission-Instituts zur Verzahnung von Forschungs- und unternehmerischen Aktivitäten im Bereich KI unter Einbeziehung der Munich School of Robotics und des Munich Center for Machine Learning
  • Auf- und Ausbau von weiteren KI-Spitzenzentren mit klaren Kompetenzschwerpunkten: Würzburg (Data Science), Ingolstadt (Mobilität), Erlangen (Medizintechnik), Nürnberg (Anwendung neuer KI-Felder)
  • Stärkung von KI-Forschungskompetenzen an regionalen Standorten: Kempten (Pflege), Schweinfurt (Robotik), Deggendorf (Anwendungen für KMU und Landwirtschaft), Aschaffenburg (Medizin)
  • Stärkung der Informatik als Fach an allen Hochschulen
  • Ausbau des Leibniz-Rechenzentrums (LRZ) zum informationstechnischen Kompetenzknoten für Big Data und KI (Supercomputing, Quantencomputing, Machine Learning)

Vernetzung und Dialog

Transfer

  • Förderung der Themenplattform Arbeitswelt 4.0 beim Zentrum Digitalisierung Bayern (ZD.B), die sich u.a. mit Herausforderungen der KI-basierten Arbeitswelt beschäftigt.
  • Pilotprojekt DigiMed Bayern zur Weiterentwicklung der personalisierten Medizin mittels Verknüpfung und Auswertung von klinischen und epidemiologischen Datensätzen mit individuellen Patientendaten

Brandenburg

Brandenburg veröffentlichte im Herbst 2018 einen strategischen Handlungsrahmen für die Digitalisierung der Wirtschaft des Landes. In die Erstellung waren Unternehmen über verschiedene Dialog-Formate einbezogen. Als Handlungsschwerpunkte wurden die Förderung der Innovationsorientierung der Betriebe, deren Unterstützung bei zentralen Digitalisierungsmaßnahmen sowie die Initiierung und Förderung neuer Wertschöpfungsbereiche und neuer Geschäftsmodelle definiert. Der Handlungsrahmen ist eingebunden in die Ende 2018 verabschiedete Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg.

Maßnahmen im Bereich KI

Transfer

  • Aufbau des Lausitzer Zentrums für Künstliche Intelligenz (LZKI) zur Bündelung der Forschung sowie aller regionalen Aktivitäten und Kompetenzen im Bereich KI
  • Entwicklung des Carl-Thiem-Klinikum Cottbus zu einem digitalen Leitkrankenhaus. Ziel ist es, die Diagnostik durch intelligente Datenauswertung weiterzuentwickeln, Roboter unterstützend in der Pflege einzusetzen und smarte Sensoren zur Beobachtung von Patientinnen und Patienten zu nutzen.

Berlin

Seine Digitalisierungsaktivitäten bündelt Berlin in der Abteilung Energie, Digitalisierung, Innovation der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Der inhaltliche Fokus liegt auf Startups und Digitalwirtschaft, Mittelstand, Digitale Technologien sowie Initiativen und Veranstaltungen. Künstliche Intelligenz ist Teil der Innovationsstrategie InnoBB.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

Technologietransfer und KI-Hub

  • Studien zur Nachfrage von KI in Berlin sowie vorhandenen KI-Fachkräften
  • Förderung von Veranstaltungen (z.B. KI-Werkstätten, MeetUps, Coding-Workshops)
  • Sichtbarmachen von innovativen KI-Anwendungen in Berlin über die Website ki-berlin.de

Technologietransfer

  • Förderung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) ab 2020

Forschung

  • Unterstützung beim Zusammenschluss der beiden vom BMBF geförderten KI-Kompetenzzentren zum Institute for the Foundations of Learning and Data (BIFOLD) mit Verzahnung der KI-Aktivitäten aller Berliner Hochschulen.

Bremen

Bremen entwickelt aktuell eine KI-Strategie, mit der das Land die vorhandene Stärke in der KI-Forschung mit anderen Akteuren vernetzen und Bremen zu einem der wichtigsten KI-Standorte in Deutschland ausbauen will. Die Fachkräftestrategie 2019 des Landes thematisiert Herausforderungen neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz für Arbeitsmarkt und Beschäftigung. In der Zukunftsinitiative Smart – Digital – Mobil koordiniert das Land Projekte zu Themen wie Autonomes Fahren und Smart Services.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

Vernetzung

Transfer

  • Entwicklung von KI-unterstützten Lösungen für den Handel im Projekt Knowledge4Retail durch Bremer Forschungseinrichtungen und Unternehmen
  • Aufbau eines „KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme“ (KI-Sigs) in Kooperation mit KI-Instituten, medizintechnischen Unternehmen und Kliniken in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein

Internationaler Austausch

  • German-Canadian Concourse: Plattform für den Austausch zwischen Deutschland und Kanada mit jährlichen Experten-Panels zum Thema Künstliche Intelligenz
  • Forschungsmarketingprojekt TransAIR (Transatlantic AI-based Robotic): Austausch von sieben Forschungseinrichtungen aus der Region Bremen mit US-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern zu Forschung, Kommerzialisierung und Einfluss von KI und Robotik auf die Arbeitswelt

Hamburg

Mit der Digitalstrategie für Hamburg beschloss der Hamburger Senat im Januar 2020 digitalstrategische Leitlinien für alle Bereiche des Gemeinwesens. Mit dem Konzept der „Digitalen Räume“ will die Stadt dem fach- und ressortübergreifenden Charakter von Digitalisierungsprojekten gerecht werden und die Kooperation der vielfältigen Akteure inner- und außerhalb Hamburgs (z.B. Behörden, städtische Einrichtungen, Unternehmen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft) fördern. Auch im Bereich Künstliche Intelligenz soll der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Hamburg branchenübergreifend und interdisziplinär gestärkt werden.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

Technologietransfer und KI-Hub

  • Gründung des Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC) e.V. im September 2019 zur Vernetzung von Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen
  • Ausbau des Health AI Hub (HAIH) zu einem Ökosystem für Unternehmen, die KI-basierte medizinische Lösungen bieten
  • Aufbau eines „KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme“ (KI-Sigs) in Kooperation mit KI-Instituten, medizintechnischen Unternehmen und Kliniken in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein

Praktische Anwendung von KI in der Verwaltung

  • Chatbot „Frag-den-Michel“: Testbetrieb eines textbasierten, lernenden Dialogsystems, das Bürgerinnen und Bürgern allgemeine Auskünfte zu Verwaltungsdienstleistungen gibt
  • Erprobung von KI bei der Auswertung von Beschwerden und Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie bei der elektronischen Aktenführung

Veranstaltungen

Hessen

Die Strategie Digitales Hessen wurde in enger Abstimmung mit Vertreterinnen und Vertretern von Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe, Forschungseinrichtungen und Verbänden erarbeitet. Sie adressiert insgesamt 17 Handlungsfelder und Anwendungsbereiche, in denen das Land direkten Einfluss nehmen kann. Einen expliziten Bezug zum Bereich Künstliche Intelligenz weist sie nicht auf.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

Forschung

  • Einrichtung eines KI-Campus mit 20 neuen KI-Professuren und Vernetzung zur Transfer- und Gründerforschung (Ausschreibungsverfahren bis Mitte 2020)

Transfer

  • Aufbau eines KI-Hubs in Frankfurt als Schnittstelle zwischen Forschungseinrichtungen, Start-ups, Unternehmen und öffentlichen Institutionen, die KI-basierte Anwendungen entwickeln und nutzen; Grundlage: Kabinettsbeschluss der hessischen Landesregierung

Standards

Mecklenburg-Vorpommern

Die Landesregierung hat im Mai 2018 eine Digitale Agenda für Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht. Schwerpunkte sind der Ausbau der digitalen Infrastruktur und die Stärkung der Digitalisierung in Wirtschaft, Bildung, Forschung und Verwaltung. Weiter sieht das Programm unter anderem den Aufbau eines Kompetenzzentrums „Digitalisierung in der Arbeitswelt“ vor.

Niedersachsen

Mit seinem 2018 verabschiedeten Masterplan Digitalisierung investiert das Land Niedersachen in den kommenden Jahren mehr als eine Milliarde Euro für das Gelingen der Digitalisierung. Im Feld der Künstlichen Intelligenz als Schlüsseltechnologie liegt der Fokus auf dem Ausbau der Forschung. Ziel ist es, exzellente Grundlagenforschung zu fördern, digitale Innovationen aus der anwendungsorientierten Forschung in die Praxis zu bringen und Fachkräfte für digitale Anwendungen auszubilden.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

Anwendungsorientierte Forschung

  • Ausbau und Weiterentwicklung der Außenstelle Osnabrück des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Errichten eines weiteren Standorts in Oldenburg; übergreifendes Forschungsthema: Umgebungswahrnehmung autonomer Systeme
  • Aufbau des Zentrums für Digitale Innovation (ZDIN) mit den thematischen Schwerpunkten Agrar, Energie, Gesellschaft und Arbeit, Gesundheit, Mobilität und Produktion
  • Ausschreibungen des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung für verschiedene Wissenschaftsfelder, die Digitalisierungsprozesse (und ausdrücklich auch Methoden der Künstlichen Intelligenz) auf unterschiedlichen Ebenen aufgreifen.

Forschung und Lehre

Nordrhein-Westfalen

Die nordrhein-westfälische Landesregierung legte im Juli 2018 den Entwurf einer Digitalstrategie vor. Dieser wurde unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, Fachleuten und Stakeholdern weiterentwickelt und die Digitalstrategie im April 2019 veröffentlicht. In einem Beteiligungsprozess werden aktuell weitere Themenschwerpunkte ausgearbeitet und konkretisiert, darunter auch das Thema Künstliche Intelligenz.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

KI-Kompetenzplattform KI.NRW

  • Anspruch: Nordrhein-Westfalen zur Leitregion für akademische und berufliche Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet von Data Sciences, maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz entwickeln
  • Ziele: Stärkere Vernetzung der wissenschaftlichen Akteure untereinander und mit der Wirtschaft; Stärkung von Forschung, Lehre und Transfer im Sinne eines auf mehrere Standorte verteilten „Computer and Data Science Campus.NRW“
  • Querschnittsthemen: „Bildung und Motivation“, „Data Sciences in Lehre und Weiterbildung“, „Sicherheit“ und „Rechtsrahmen“
  • Koordination: Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

Rheinland-Pfalz

Die 2018 veröffentlichte Strategie für das digitale Leben der rheinland-pfälzischen Landesregierung entstand im Rahmen eines Beteiligungsprozesses unter Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern, Expertinnen und Experten, relevanten Verbänden und Unternehmen. Sie beleuchtet zwölf Themenfelder, in denen sich der digitale Wandel auswirkt. Das Feld der Künstlichen Intelligenz wird nicht explizit genannt.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

Forschung

Transfer

  • Digitales Agrarportal (DAP) Rheinland-Pfalz: Aufbau einer zentralen Informations-, Kommunikations- und Datenaustauschplattform und Weiterentwicklung des Prototypen einer bundesweiten digitalen Datendrehscheibe (GeoBox) für landwirtschaftliche Betriebe.
  • Förderung des Aufbaus eines Kompetenzzentrums für autonomes Fahren im ÖPNV/Living Lab von Mainzer Stadtwerken und Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG)
  • Transferinitiative Rheinland-Pfalz: Förderung des Austauschs von Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft, u.a. im Potenzialbereich Industrie 4.0 (inkl. Künstliche Intelligenz)

Vernetzung und Dialog

  • KI-Board der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V.: Neues Gremium aus KI-Expertinnen und -Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft für den Austausch zur wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung von KI sowie einer stärkeren Vernetzung der landesweiten Akteure

Saarland

Die Weiterentwicklung des Bereiches Künstliche Intelligenz im Saarland erfolgt auf Basis der aktuellen Innovationsstrategie mit den Schlüsselbereichen Informations- und Kommunikationstechnologie, Automotive/Produktion sowie LifeScience/Materialien. Damit legte das Land den Grundstein, um das Querschnittsthema Digitalisierung mit den Fokusthemen KI und Cybersicherheit, Smart Production und Smart Mobility sowie Life Sciences und Material Sciences in seiner Technologiepolitik zu verankern und weiter zu entwickeln. Das Land wird den KI-Schwerpunkt strategisch weiter ausbauen und insbesondere in die Anwendungsdomänen bringen.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

Forschung und KI-Hub

  • Schaffen eines KI-Hotspots in den Schwerpunktbereichen Automotive, Industrie 4.0, eHealth und eGovernment.
  • DFKI und CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit als Ausgangspunkt für zusätzliche Spitzenprojekte in den Bereichen Cybersicherheit und KI sowie für die Entwicklung neuer Exzellenzinitiativen.
  • Erschließung von 10 Hektar Gewerbefläche im Umfeld von DFKI, CISPA-Helmholtz-Zentrum und weiteren IT-Forschungseinrichtungen für Ausgründungen und Ansiedlungen von IT-Unternehmen (insbesondere aus den Bereichen Informationssicherheit und KI)
  • Mittelfristiges Ziel: Ausbau zu einem bundesweiten Hub für Innovation, Neugründungen, Industrieforschung und Technologietransfer im IT-Bereich.

Förderung und Transfer

Sachsen

Zur Gestaltung der Digitalisierung hat die sächsische Staatregierung 2019 eine aktualisierte Fassung der Strategie Sachsen Digital inklusive konkreter Maßnahmen veröffentlicht. Das Feld der Künstlichen Intelligenz wird nicht explizit genannt.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

Forschung

Transfer

  • KI-Hub Sachsen: Gründung im Sommer 2019 als Koordinations- und Anlaufstelle, um KI-gestützte Innovationen aus der Forschung in die Anwendung zu bringen; Partner sind die Universität Leipzig, AOK PLUS, Mitteldeutsche Flughafen AG, SpinLab GmbH und weitere Unternehmen.
  • Projekt KIKiS: Analyse von Kompetenzen und Bedarfen sächsischer Akteure im Bereich KI und Entwicklung von Handlungsempfehlungen; Partner: Fraunhofer IIS/EAS, TU Dresden

Sachsen-Anhalt

Mit der Digitalen Agenda für das Land Sachsen-Anhalt hat das Land im Jahr 2018 einen Zehn-Punkte-Plan zur Gestaltung der Digitalisierung vorgelegt. Zentrale Themen sind die digitale Infrastruktur, Begleitung von Unternehmen und Beschäftigen im digitalen Wandel sowie der Aufbau von intelligenten Verkehrssystemen.

Schleswig-Holstein

Mit ihrem Digitalisierungsprogramm legte die Landesregierung im Juni 2018 den Handlungsrahmen zum Einsatz von KI fest. In einem Dialog mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft entstand 2019 eine KI-Strategie für Schleswig-Holstein. Künstliche Intelligenz soll dazu beitragen, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft (insbesondere der KMU) zu sichern, das Land zu einem attraktiven Standort für KI-Start-ups und -Fachkräfte zu machen, die Energiewende zügig umzusetzen und die Verwaltung bürgerfreundlicher zu gestalten. Ihre Hochschulen will die Landesregierung in ausgewählten KI-Forschungsgebieten international sichtbar machen und das Wissen in der Bevölkerung zu KI verbessern.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

Transfer und Vernetzung

  • Aufbau eines KI Transfer-Hubs für den Wissenstransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft sowie Beratungsleistungen für Unternehmen
  • Aufbau eines „KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme“ (KI-Sigs) in Kooperation mit KI-Instituten, medizintechnischen Unternehmen und Kliniken in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein
  • Vernetzung von regionalen KI-Akteuren durch das Cluster Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein
  • Vernetzung von Digitalunternehmen in Schleswig-Holstein und Kalifornien durch The Bay Areas e.V.

Forschung

  • Aufbau eines Zentrums für Künstliche Intelligenz Lübeck (ZKIL) sowie eines KI-Labs an der Universität Lübeck

Öffentliche Daten

  • Bereitstellung von öffentlichen Daten für die Entwicklung von KI-Anwendungen über das Portal Open Data Schleswig-Holstein
  • Entwicklung von zukunftsweisenden Lösungen für eine bürgernahe digitale Verwaltung durch das Joint Innovation Lab

Bildung und Kultur

  • Entwicklung einer hochschulübergreifenden Lehr-Lern-Plattform zur Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen der Datenanalyse, -nutzung und -verwertung
  • Erstellen von Unterrichtsmaterialien und Modulen zur virtuellen Lehrerfortbildung

Förderprojekte zur Entwicklung von KI-Anwendungen (Auswahl)

Thüringen

Die Thüringer Strategie für die Digitale Gesellschaft wurde in einem Beteiligungsprozess unter Einbeziehung von Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft entwickelt. Sie behandelt Künstliche Intelligenz als eines von mehreren Querschnittsthemen. Der Freistaat Thüringen will Entwicklung und Einsatz von KI-Technologien unterstützen, um die Potenziale – insbesondere von Big Data und vernetzten Systemen – in Bereichen wie Gesundheit, Mobilität, Energie und Industrie 4.0 zu erschließen.

Handlungsfelder und Maßnahmen im Bereich KI

Förderprogramme

  • Digital-Bonus als niederschwelliges Angebot für KMU zur Unterstützung bei Digitalisierung und Anwendung von KI
  • FTI-Förderung zur Stärkung von Innovationsfähigkeit sowie Wissens- und Technologietransfer von Wissenschaft und Wirtschaft
  • Programm Pro Digital zur Förderung digitaler Innovationen in der grundlagenorientierten und anwendungsnahen Forschung

Transfer und Vernetzung

  • Thüringer Kompetenzzentrum Wirtschaft 4.0 als Anlaufstelle für Unternehmen bei Fragen zu Digitalisierung und KI mit Workshops, Beratungsangeboten und Veranstaltungen
  • Thüringer Clustermanagement zur strategischen Entwicklung besonders leistungsfähiger KI-Akteure sowie zur Förderung von Vernetzung und Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen
  • Zentrum für Robotik und Lernende Systeme an der TU Ilmenau als Schnittstelle zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Wirtschaft
  • Regelmäßige Veranstaltungen für regionale KI-Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft

Förderprojekte zur Entwicklung von KI-Anwendungen (Auswahl)