Wildpflanzen per App erkennen

Auf einer Wanderung unterwegs, eine schöne Blume entdeckt und kein Bestimmungsbuch zur Hand? Die kostenlose App Flora Incognita ermöglicht es mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz, wildwachsende Pflanzen schnell, einfach und genau zu bestimmen. Sie soll in der Bevölkerung das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig Artenvielfalt ist.

Schnelle Pflanzenbestimmung per App (© Flora Incognita Projekt)

Familienausflug in der Natur. "Schaut mal, was für eine tolle Blume! Wie heißt sie denn?", frägt die Tochter. Die Eltern haben die Blume zwar schon oft gesehen, können sie jedoch nicht benennen.  Die Mutter fotografiert sie per Smartphone, wenige Sekunden später wird ihr der Name angezeigt. Zusätzlich erhält sie weitere wissenswerte Informationen zur Blume. Die Pflanzenrallye beginnt.

Möglich macht die schnelle Bestimmung die Flora Incognita-App. Mit ihr lassen sich nahezu alle in mitteleuropäischen Breitengraden heimischen Blumen, Sträucher, Gräser, Farne und Bäume bestimmen. Die KI-basierte App nutzt dazu Verfahren zur Bildverarbeitung und Mustererkennung, die auch zur automatisierten Gesichtserkennung zum Einsatz kommen. Aktuell ermöglicht sie eine automatische Bildbestimmung von über 4.800 Pflanzenarten.

Die Flora Incognita Apps werden durch die Technische Universität Ilmenau und das Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena entwickelt. Förderer sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz und die Stiftung Naturschutz Thüringen. Die App wurde als offizielles Projekt der „UN-Dekade der biologischen Vielfalt“ ausgezeichnet und seit ihrem Launch mehr als 1,2 Millionen Mal heruntergeladen.

Mit drei Bildern zum Ergebnis

Mädchen fotografiert eine Pflanze mit ihrem Handy (© Flora Incognita Projekt)
Mit wenigen Klicks lassen sich Pflanzen bestimmen (© Flora Incognita Projekt)

Und so funktioniert die Flora Incognita-App: Der Nutzer schießt per Smartphone bis zu drei Fotos aus unterschiedlichen Perspektiven – zunächst die Blüte, dann das Blatt und schließlich von der Pflanze in ihrer ganzen Größe. Die App bestimmt in Sekundenschnelle die Pflanze – und liefert zugleich einen umfangreichen Steckbrief mit Informationen wie Merkmale, Verbreitung oder Schutzstatus der Pflanze.

Nutzer können in der App eigene Pflanzenlisten anlegen und exportieren. Das macht die Anwendung insbesondere für digitale Bildungsangebote interessant. Die Resonanz, die die Entwickler aus Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen erhalten, ist positiv – macht sie doch Pflanzenwissen für alle verfügbar.  

Die Flora Incognita-App zum Download: https://floraincognita.com/de/

Technische Universität Ilmenau

KI-Entwickler
Universität/Forschungsinstitution
Webseite

KI-Entwicklungspartner
Max-Planck Institut für Biogeochemie

Fakten zur Anwendung


Technologiefeld
Datenmanagement und -analyse
Bilderkennung und -verstehen
Sensorik und Kommunikation
Mensch-Maschine-Interaktion und Assistenzsysteme
Anwendungsbranche
Agrarwirtschaft
Energie und Umwelt
Bildung
Branchenübergreifend
Sonstiges
Einsatzfeld
  • Sonstiges
Wertschöpfungsaktivität
Research and Development [R&D]
Miscellaneous
Förderung
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Bundesamt für Naturschutz (BfN)
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN)

Video


Wiesenkerbel oder Giersch? Häufig genügt bereits ein Foto der Blüte, um ein korrektes Ergebnis zu erhalten.