Geschäftsprozesse effizienter gestalten

Daten gelten als der wertvollste Rohstoff im 21. Jahrhundert. Wie sich durch Auswertung großer Datenmengen mit Methoden der Künstlichen Intelligenz Unternehmensprozesse optimieren lassen, zeigt das Münchner Unternehmen Celonis. Mit seiner Technologie entwickelte es sich in den vergangenen Jahren zu einem der erfolgreichsten europäischen Start-ups.

Auf dem Bild ist eine Lupe abgebildet, die eins von mehreren Dokumenten untersucht. Der Hintergrund ist blau.
Celonis untersucht mithilfe von KI alle gesammelten Daten eines Unternehmens. Die KI macht automatisch Vorschläge aufgrund der Datenanalyse wie das Unternehmen seine Produktivität steigern kann. © cifortart/Shutterstock

An Flughäfen sind die Abläufe streng getaktet. Jede Minute zählt. Flugzeuge rollen zum Gate, das Catering muss an Bord gebracht werden, das Gepäck und die Passagiere ebenso. All das muss zügig und effizient geschehen. Ob alles reibungslos klappt und wo Optimierungsbedarf besteht, untersucht bei der Lufthansa-Tochter Cityline eine KI-basierte Software von Celonis. Die Airline verbessert damit eigenen Aussagen zufolge ihre Pünktlichkeit erheblich und sparte bislang 5.000 Verspätungsstunden ein. Das KI-System macht zudem Vorschläge, wo und wie sich die Abläufe an den Flughäfen und in der Luft weiter verbessern lassen.

Jeder Vorgang in einem Unternehmen hinterlässt Datenpunkte, so Bastian Nominacher, Gründer und Co-CEO von Celonis. Die Datensätze in den bestehenden lT-Systemen der Unternehmen lassen sich nutzen, um die Abläufe zu analysieren und zu verbessern. Wie ein Röntgenstrahl durchleuchtet die Software von Celonis die riesigen Datenberge, die täglich in einem Unternehmen anfallen. Process Mining nennt sich diese digitale Untersuchung. Dabei wird schnell klar, welche Prozesse in einer Firma gut oder ineffizient ablaufen. Mit dem so genannten Execution Management System (EMS) kann die Software von Celonis nicht nur Probleme erkennen, sondern schlägt mittels Künstlicher Intelligenz vor, wie sich Probleme lösen lassen.

Produktivität steigern dank Big Data-Analysen

Celonis gilt als Erfolgsgeschichte: Zusammen mit Alexander Rinke und Martin Klenk gründete Bastian Nominacher 2011 das IT-Unternehmen. Die drei lernten sich als Studenten an der TU München kennen und forschten gemeinsam zu Process Mining und Künstlicher Intelligenz. Ihr Wissen setzen sie seitdem in die Praxis um. Heute beschäftigt ihr Unternehmen rund 1.800 Mitarbeiter weltweit und gilt als eines der wertvollsten Startups in Europa. Der Wert von Celonis beläuft sich aktuell auf rund 11 Milliarden Dollar (Stand: Juli 2021).

Auf der Kundenliste stehen große Namen: Die Deutsche Telekom gibt an, bisher 66 Millionen Euro mit der Celonis-Technologie in der Buchhaltung und im Personalwesen eingespart zu haben. Das US-Unternehmen Uber konnte durch eine verbesserte Ticketlösung 17 Millionen Euro an zusätzlichen Gewinnen erzielen.  Auch Siemens setzt das Celonis EMS ein, um seine Prozesse auf globaler Ebene zu optimieren.

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