FlatFish
Deutsche KI-Technologie auf Tiefsee-Mission
Die Infrastruktur tief unter der Meeresoberfläche wächst rasant. Zu Öl- und Gas-Anlagen kommen weltweit immer mehr Windparks, Kabel und Pipelines. Schäden an diesen Bauwerken sind nicht nur teuer, sie können auch verheerende Folgen für das empfindliche Ökosystem der Ozeane haben. Regelmäßige, zuverlässige Inspektionen sind deshalb unverzichtbar.
Das Problem: Für Taucherinnen und Taucher ist der Einsatz in der enormen Tiefe herausfordernd bis unmöglich. Bisherige technische Alternativen, wie ferngesteuerte Roboter, sind hingegen teuer, aufwendig und stark vom Wetter abhängig.
2013 hat sich das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) zusammen mit DFKI Industrials, SENAI Climatec und Shell Brazil das Ziel gesetzt, eine zukunftsfähigere Lösung zu entwickeln. Das autonome Unterfasserfahrzeug FlatFish nutzt Künstliche Intelligenz und Robotik, um Unterwasser-Inspektionen effizienter und sicherer durchzuführen.
Mit KI, Kamera und Sonar: FlatFish, der Tiefsee-Inspekteur
FlatFish ist ein selbstständig agierender Roboter, der speziell für den Einsatz in der Tiefsee entwickelt wurde. Eine fest am Meeresboden installierte Docking Station fungiert als „Heimatbasis“ und Ladestation. Von dort aus nimmt FlatFish seine Einsätze auf, ohne dass dafür ein Schiff auslaufen muss. Nachdem der Roboter seinen Auftrag erhalten hat, steuert er selbstständig zur Anlage, untersucht diese im Detail und kehrt zu seiner Basisstation zurück. Ausgestattet ist das Unterwasserfahrzeug unter anderem mit Kameras sowie akustischen Sensoren wie Sonar. Dadurch kann FlatFish auch in trübem Wasser „sehen“. Eine KI‑basierte Software – entwickelt unter maßgeblicher Beteiligung deutscher Forschung – verarbeitet die Daten und hilft dem Roboter, seine Umgebung zu verstehen und seine Mission gezielt zu planen und durchzuführen.
Wie das Zusammenspiel von Roboter und Docking Station konkret aussieht, zeigt ein vom DFKI produziertes Video.
FlatFish verbindet wirtschaftlichen Nutzen mit Verantwortung für die Umwelt. Die Roboter liefern auch wichtige Daten über den Zustand der Meeresumwelt und die Auswirkungen der Anlagen auf ihre Umgebung. Diese Informationen helfen, Ozeane nachhaltiger zu bewirtschaften und sensible Lebensräume besser zu schützen.
Der Erfolg des Projekts misst sich letztlich daran, ob FlatFish den Sprung in die industrielle Anwendung schafft.
Ausgezahlt hat sich die Forschung schon heute: Aus FlatFish sind weitere Forschungsprojekte hervorgegangen, die unter anderem vom Bundesforschungsministerium gefördert werden.
Weitere Informationen finden sich z. B. hier: Projektseite FlatFish beim DFKI