Wahr oder Fake? – Ausstellung rund um KI eröffnet im Futurium
Deepfakes sind in unserem Alltag angekommen. Das hat weitreichende Konsequenzen für den Einzelnen und die Gesellschaft. Sich dieser Tatsache bewusst zu werden und die Folgen zu reflektieren, das ist das Ziel einer interaktiven Station im Futurium in Berlin, die die Plattform Lernende Systeme in Kooperation mit dem Museum entwickelt hat. Sie ist Teil des neuen Themenschwerpunkts „On/Off-Beziehung. Wie wir in Zukunft mit Technik zusammenleben“. Am Freitag, den 11.09.2026 wurde dieser im Rahmen einer Vernissage eröffnet.
Das Foyer des Futuriums war voll, als gegen 18.30 Uhr das Licht gedimmt und ein Bild an der Wand eingeblendet wurde: Eine Büste eines humanoiden Roboters erschien auf dem Screen, eine Live-Übertragung aus der Ausstellung im ersten Stock. Ami, eine soziale und interaktive Roboter-Büste, machte sich ein Bild von der Situation im Foyer, begrüßte die Anwesenden und kündigte Stefan Brandt, den Direktor des Futuriums, an. Dieser eröffnete die Vernissage, indem er den Gästen vor Augen führte, wie selbstverständlich wir uns stundenlang mit digitalen intelligenten Geräten beschäftigten, persönliche Daten an diese weitergeben und wie viele Fragen dabei noch unbeantwortet sind. Der neue Technikschwerpunkt des Museums widmet sich genau diesen offenen Punkten. Wie verändert sich unser Verhältnis zur Technik? Wie verändert sich unser Verständnis davon, was einen Menschen ausmacht? Wie viel Raum geben wir KI – und wie viel unseren Mitmenschen?
Die philosophische Grundhaltung spiegelt sich in der Gestaltung des Themenschwerpunkts wider. „Nutzen, Nähe, Sehnsucht“ lautet die Überschrift einer Station, die sich mit dem emotionalen Verhältnis zwischen Mensch und Chatbots beschäftigt. Die Station „Künstliche Intelligenz – echte Arbeit“ zeigt auf, wie viel menschliche Arbeit hinter KI steckt, sei es in den Daten oder in der Hardware.
Die Station mit der Überschrift „Ist das KI?“ beleuchtet schließlich das Thema Deepfakes. Sie wurde in Zusammenarbeit mit der Plattform Lernende Systeme entwickelt. Mit einem Tablet können Gäste an der Augmented Reality-Station (AR-Station) spielerisch Rätsel lösen und Deepfakes auf die Spur kommen – seien es Mode-Porträts, Aufnahmen von historisch relevanten Ereignissen oder Tierbilder. Überall wird deutlich: Wahr oder fake, das lässt sich häufig nicht zuverlässig sagen. Auch die Verzerrung, die durch die Trainingsdaten der KI-Generatoren in den Deepfakes weitergetragen wird, ist Thema einer Aufgabe. Abschließend werden die Teilnehmenden nach ihrer Meinung zum Einfluss von Deepfakes gefragt.
Auf die Thematik einstimmen konnten sich die rund 2.000 Besucherinnen und Besucher des Abends mit einem Quiz, das Bilderpaare aus unterschiedlichen KI-Bildgeneratoren neben echten Fotografien zeigte. Die Auflösung der Frage „Welche Person ist mit KI generiert?“ war Anlass für angeregte Gespräche und Diskussionen.
Um die Inhalte für die AR-Station zu entwickeln, arbeitete die Plattform Lernende Systeme eng mit Prof. Dr. Alexander Godulla zusammen. Der Professor für Empirische Kommunikations- und Medienforschung forscht seit vielen Jahren zu Deepfakes und unterstützte mit Material, Beratung und Ideen. In enger Kooperation mit den Ausstellungsverantwortlichen des Museums ist so eine ansprechende Mitmach-Station entstanden, die nicht nur Spaß macht, sondern auch bewusst macht, dass Medienkompetenz wichtiger denn je geworden ist.
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Petra Brücklmeier
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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