Vertrauen in autonomes Fahren: Plattform beim Future Mobility Summit

Autonomes Fahren ist ein wichtiger Baustein für die Mobilität der Zukunft. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erreichen selbstfahrende Autos, Busse und LKW einfacher, schneller und umweltschonender ihr Ziel. Trotz einer positiven Grundhaltung gegenüber der KI-Technologie bereiten mögliche Fehler der autonomen Fahrzeuge vielen Menschen Sorgen. Wie Vertrauen in KI-gesteuerte Fahrzeuge entsteht, diskutierten die Expertinnen und Experten beim Symposium der Plattform Lernende Systeme auf dem Future Mobility Summit des Tagesspiegels in Berlin. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Journalistin Andrea Thilo.

V.l.n.r.: Armin Grunwald (KIT), Daniel Neider (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), Thomas Liebig (TU Dortmund) und Andrea Thilo

Würden Sie sich von einem Computer fahren lassen? Diese Frage prangte beim Future Mobility Summit über einem dort ausgestellten selbstfahrenden Fahrzeug – und verdeutlichte die Bedenken, die viele Menschen beim Anblick sogenannter Roboterautos haben. Immerhin knapp die Hälfte der Fahrgäste in einem autonomen Testfahrzeug fühlten sich noch nicht vollständig wohl, berichtete Daniel Hesse, Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), von den Ergebnissen einer Befragung der BVG.  "Wir brauchen die Akzeptanz der Bevölkerung, damit wir die Mobilitätswende schaffen", sagte die Co-Vorsitzende der Plattform Lernende Systeme, Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger.

Erklärbarkeit von KI-Systemen? Wichtiger sind Verlässlichkeit und positive Erfahrungen

Die Anforderungen an KI-Systeme für das autonome Fahren sind hoch und stehen teilweise in Konkurrenz zueinander, gab Thilo Hagendorff, Universität Tübingen, zu bedenken. So dürfen seit vergangenem Jahr KI-gesteuerte vollautonome Autos, Busse und LKW in Deutschland auf öffentlichen Straßen fahren. Der Gesetzgeber verlangt dafür erklärbare KI-Systeme, also transparente Systeme, die ihre Entscheidungen nachvollziehbar machen. Eine höhere Erklärbarkeit senke allerdings die ebenfalls geforderte Performanz der KI-Systeme, erläuterte Peter Schlicht, Cariad.

Inwiefern die Passagiere im autonomen Fahrzeug die KI-Software verstehen müssen, um ihnen zu vertrauen, diskutierten Armin Grunwald, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Thomas Liebig, Technische Universität Dortmund, und Daniel Neider, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, und schlüpften dazu in die Rolle historischer Philosophen und Technik-Pioniere. Fazit des Schlagabtauschs: Ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweise von KI-Systemen ist dem Vertrauen zuträglich. Darüber hinaus sind andere Faktoren wichtiger als die vollständige Erklärbarkeit, um vertrauenswürdige KI-Systeme zu gestalten.

Für Passagiere ist weniger die Transparenz des KI-Systems entscheidend, ob sie Vertrauen in das autonome Fahrzeug fassen. Vielmehr gehe es um Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit und positive Erfahrungen im fahrerlosen Fahrzeug, waren sich Corina Apachițe, Continental Automotive, Thomas Körzdörfer, HUK Coburg und Caroline Schießl, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), einig.  

Zertifizierung sorgt für Vertrauen

Das Symposium zeigte, dass regelmäßige Überprüfungen der KI-Systeme durch entsprechende Institutionen ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu vertrauenswürdiger KI sind. Hinter jedem KI-System stehen Menschen, die es entwickeln, trainieren und testen. Ihnen müssen wir vertrauen können, verdeutlichte Saskia Nagel, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen. Standards für die Entwicklung von KI und Zertifikate für vertrauenswürdige KI-Systeme sind dafür notwendig.

Weitere Informationen:

Linda Treugut / Birgit Obermeier
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Lernende Systeme – Die Plattform für Künstliche Intelligenz
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