Lenkungskreis der Plattform Lernende Systeme: KI-Roadmap der Hightech Agenda Deutschland im Fokus

Die strategische Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz als Schlüsseltechnologie für Deutschland stand im Mittelpunkt der 17. Sitzung des Lenkungskreises der Plattform Lernende Systeme (PLS) am 22. Juni 2026 in Berlin. Gemeinsam mit Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, diskutierten die Mitglieder des Gremiums die neue KI-Roadmap der Hightech Agenda Deutschland sowie zentrale Herausforderungen für den KI-Standort Deutschland. Geleitet wurde die Sitzung von acatech Präsidentin Claudia Eckert.

Von links nach rechts: Prof. Dr. Wolfgang Wahlster (DFKI), Elke Reichart (Infineon), Dorothee Bär (Bundesministerin für Forschung, Technologien und Raumfahrt), Prof. Claudia Eckert (acatech), Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn (IZEW). © BMFTR

Die Bundesregierung verfolgt mit der KI-Roadmap das Ziel, klare Meilensteine zu benennen, KI-Aktivitäten stärker zu bündeln und strategisch auszurichten. Bis 2030 sollen zehn Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung KI-basiert erwirtschaftet und Deutschland zum Leitanbieter für industrielle KI und Robotik ausgebaut werden. Vorgesehen sind hierfür insgesamt 25 Meilensteine und 27 Maßnahmenpakete, die erstmals einen umfassenden Überblick über die föderalen und nationalen KI-Aktivitäten bieten. Zu den zentralen Vorhaben zählen der Aufbau einer KI-Gigafactory in Deutschland, die Entwicklung weltweit erfolgreicher domänenspezifischer KI-Systeme sowie der Ausbau der technologischen Infrastruktur.

In der Diskussion betonten die Mitglieder des Lenkungskreises die Bedeutung eines ambitionierten, aber zugleich konsequent gesteuerten Umsetzungsprozesses. Claudia Eckert hob die detaillierte Ausgestaltung der Roadmap hervor und verwies auf die Notwendigkeit, Abhängigkeiten zwischen einzelnen Maßnahmen frühzeitig zu berücksichtigen. Weitere Beiträge beschäftigten sich mit der gesellschaftlichen Kommunikation der Roadmap, den Auswirkungen auf Arbeitswelt und Nachhaltigkeit sowie der Notwendigkeit agiler Förderinstrumente, um auf die hohe Dynamik der KI-Entwicklung reagieren zu können. Auch der Ausbau von Frontier-Labs und die stärkere Einbindung europäischer Industriestärken wurden als wichtige Erfolgsfaktoren hervorgehoben.

Potenziale agentischer und generativer KI für den Standort Deutschland

acatech Präsidentin Claudia Eckert und Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt während der Lenkungskreissitzung © BMFTR / Hans-Joachim Rickel
acatech Präsidentin Claudia Eckert und Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt während der Lenkungskreissitzung © BMFTR

Einen weiteren Schwerpunkt der Sitzung bildete der Impuls von Prof. Dr. Susanne Boll, OFFIS Oldenburg und Leiterin der Arbeitsgruppe „Innovation, Geschäftsmodelle und -prozesse“ der Plattform Lernende Systeme. Sie stellte die wirtschaftlichen Potenziale agentischer und generativer KI für Deutschland vor. Trotz erheblicher Wachstumschancen und eines geschätzten Marktpotenzials in Milliardenhöhe liege Deutschland bei privaten KI-Investitionen und der Gründung neuer KI-Unternehmen weiterhin hinter internationalen Wettbewerbern zurück. Besonders der Mittelstand spiele eine Schlüsselrolle: Obwohl kleine und mittlere Unternehmen nahezu die Hälfte der deutschen Wirtschaftsleistung erbringen, nutzten bislang nur vergleichsweise wenige Unternehmen KI-Anwendungen in größerem Umfang.

Diskutiert wurden daher Wege, den Transfer von KI in die Wirtschaft zu beschleunigen. Neben dem Zugang zu Infrastruktur und Rechenleistung seien insbesondere regionale Innovationsnetzwerke, Best-Practice-Beispiele und ein enger Austausch zwischen Forschung und Anwendung entscheidend. Die Mitglieder des Lenkungskreises sprachen sich für eine stärkere Nutzung regionaler Ökosysteme sowie eine Weiterentwicklung der KI-Landkarte der Plattform Lernende Systeme aus. Die Plattform wird hierzu weitere Analysen zu Erfolgsfaktoren in Schlüsselindustrien durchführen.

Cybersicherheit und KI: Neue Risiken durch agentische Systeme

Im Rahmen seines Impulses beleuchtete Prof. Dr. Ahmad-Reza Sadeghi, TU Darmstadt, Mitglied der Arbeitsgruppe „IT-Sicherheit, Privacy, Recht und Ethik“ der Plattform Lernende Systeme, die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit im KI-Zeitalter. Während KI die Möglichkeiten der Verteidigung gegen Cyberangriffe erheblich erweitere, eröffne sie zugleich neue Angriffsvektoren. Insbesondere agentische KI-Systeme könnten Bedrohungen künftig in bislang unbekanntem Umfang automatisieren und skalieren. Gleichzeitig würden Fragen nach der Sicherheit, Robustheit und Kontrolle von KI-Systemen zunehmend an Bedeutung gewinnen, da diese immer stärker in kritische Infrastrukturen integriert werden.

In der anschließenden Diskussion wurde die Notwendigkeit betont, Risiken durch agentische KI deutlicher zu adressieren und neue Angriffsszenarien stärker in Forschung und Kommunikation zu berücksichtigen. Die Mitglieder des Lenkungskreises verwiesen zudem auf die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte, um KI-Systeme sicher entwickeln und bewerten zu können.

Der Lenkungskreis steuert als Leitungsebene die inhaltliche und strategische Ausrichtung der Plattform Lernende Systeme und setzt Impulse für ihre Arbeit. Seine Mitglieder aus Wissenschaft und Wirtschaft repräsentieren wichtige Themen, Disziplinen, Branchen und Unternehmen unterschiedlicher Größe im Feld der Künstlichen Intelligenz. Sie wurden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) berufen.

Weitere Informationen:

Petra Brücklmeier
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lernende Systeme – Die Plattform für Künstliche Intelligenz
M.: +49 151/62757960
presse@plattform-lernende-systeme.de

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